Red Bull Air Race: Hannes Arch ist Weltmeister
Perth - Hannes Arch gewinnt als erster Europäer die Gesamtwertung des Red Bull Air Race. Damit ist er Weltmeister der schnellsten Rennserie der Welt. Für den sympathischen Briten Paul Bonhomme reichte es erneut nur zum Vizetitel.

© Red Bull Air Race / Andy Schaad

© Red Bull Air Race / Daniel Grund

© Red Bull Air Race / Daniel Grund
Hannes Arch scheint unseren Vorbericht, zum Saisonfinale des Red Bull Air Race in Perth, gelesen zu haben. Denn der Hase kam, anders als in der Fabel, deutlich vor der Schildkröte ins Ziel.
„Ich werde nicht übernervös und vorsichtig agieren, sondern versuchen auf das Podest zu fliegen“, lautete der Plan des Österreichers. Gesagt getan. Natürlich flog er in Perth aufs Treppchen. Und nicht nur das: Er durchflog den Parkour auf dem Swansea Lake in der schnellsten Zeit. Ausgebremst wurde er nur von einer Pylone. „Das kann passieren. Der Wind war enorm stark und ich habe ein Mal zu spät reagiert. Ansonsten wäre ich wohl unschlagbar gewesen.“
Arch ist der neue Himmelstürmer
Wegen des Kontakts, und der damit verbundenen Strafe, reichte es am Race Tag nur zum dritten Platz. Der Sieg Paul Bonhommes vor 200.000 Zuschauern interessierte aber nur noch die Statistiker. Alle Objektive waren auf Hannes Arch gerichtet. Zweiter in Perth wurde der Brite Nigel Lamb.
„Weltmeister, zwei Saisonsiege, fünf weitere Podestplätze und im letzten Rennen auch noch die schnellste Zeit. Was will man mehr?“, überstrahlte Arch auf der Pressekonferenz den Tagessieger.
Zu Beginn der Rennserie zog Bonhomme noch souverän seine Kreise am Himmel. Aber er schwebte auch immer zwischen Genie und Wahnsinn. Mit vier Siegen errang er die meisten auf der diesjährigen Tour. Leider gab es aber auch zahlreiche Aussetzer, wie der siebte Platz in London oder die Disqualifikation in Porto. Dem beeindruckend, konstanten Schlussspurt des Österreichers konnte er nichts entgegensetzen.
Letztendlich brachte Arch sieben Punkte Vorsprung ins Ziel. „Wenn man vor zehntausenden Menschen aufs oberste WM-Podest gerufen wird und die österreichische Hymne hört kommen einem die Gefühle einer ganzen Saison hoch. Da habe ich erstmals alles realisiert“, beschrieb Arch seine Gefühle.
Wieder nur der Vizetitel für Bonhomme
Bonhomme blieb damit erneut nur der Vizetitel. Im Letzten Jahr verlor er in einem Herzschlagfinale gegen den Amerikaner Mike Mangold den sicher geglaubten Titel. Bisher scheint es, als ob der Titelgewinn für ihn ein Luftschloss zu sein scheint. Dritter in der Endabrechnung wurde Kirby Cambliss, ebenfalls Amerikaner. Mangold landete auf dem vierten Platz.
Arch wäre nicht Arch, wenn er nicht schon wieder einen Schritt weiter denken würde: „Am Freitag möchte ich wieder in Österreich sein. Dann beginnen wir sofort weiter an der Edge 540 für 2009 zu arbeiten. Ich will den Titel verteidigen. Da darf man sich keine Pause leisten.“ Bei soviel Ehrgeiz freuen wir uns schon auf die nächste Saison des Red Bull Air Race.
















