Snowboardhelm - Sicherheit ist keine Preisfrage
Wieso soll ich einen Snowboardhelm tragen? Nach Angaben des Deutschen Skiverbandes (DSV) wird mit jährlich 1,34 Kopfverletzungen pro 1000 Skifahrer gerechnet. Das hört sich zwar nicht viel an, doch geht es hier um deinen eigenen Kopf, den du hinhälst.

X-Ride Motion Snowboardhelm

Mutiny RED Burton Snowboardhelm

Skull Light POC Snowboardhelm

Pure W RED Burton Snowboardhelm
Safety Snowboardvideos gibt's hier
Viele werden sagen, warum soll ich einen Snowboardhelm tragen, ich mache ja keine Stunts im Funpark, sondern fahre nur gemütlich auf der Piste. Aber grade dort sind die Unfallrisiken besonders hoch, nämlich durch die anderen Verkehrsteilnehmer. Und ein reger Verkehr herrscht heutzutage allemal auf den Pisten. Wie auch im Straßenverkehr sind mit am gefährlichsten die Kreuzungen. Da wo sich zwei Pisten schneiden, weil sie z.B. zu zwei verschiedenen Liften führen. Diese liegen meistens in flacherer Hanglage, so dass alle Verkehrsteilnehmer versuchen den Lift zu erreichen ohne ihren Schwung zu verlieren und somit eine Kollision vorprogrammiert ist.
Ergo: Ein Snowboardhelm schützt das wichtigste Körperteil des Snowboarders bei einem Zusammenstoß oder auch bei einem normalen Ausrutscher auf -im schlimmsten Falle- einer Eisplatte.
Bleibt nur noch die Frage, nach welchen Kriterien suche ich meinen neuen Gefährten aus? Schließlich hängt er mir die ganze Zeit auf der Pelle und sollte somit nicht nur zu (er-)tragen sein. Im Gegenteil, es gibt Snowboardhelme die sehen neben ihrer geprüften Funktionalität sogar noch gut aus und tief in die Tasche greifen muss man dafür auch nicht.
Tipps zum Kauf eines Snowboardhelms
Die Kennzeichnung CE EN 1077 muss unbedingt auf dem Snowboardhelm sein, denn nur dann wurde er fachgerecht geprüft. Innerhalb dieser Norm gibt es eine Unterteilung in die zwei Klassen A und B, welche sich im Schutzbereich unterscheiden: A-Helme schließen die Ohren mit ein, bieten also einen größeren Schutzbereich und erfüllen höhere Anforderungen bezüglich der Durchstichfestigkeit. B- Helme sind in der Regel besser belüftet und ermöglichen besseres Hören.
Auch in der Herstellung gibt es beim Snowboardhelm Unterschiede: Während früher meist eine Kunststoff-Hartschale (ABS, Polycarbonat, Fiberglas etc.) mit einem stoßdämpfenden Styropor-Innenleben nur punktuell verklebt wurde, werden immer mehr Helme nach der Inmold Technologie gefertigt. Dabei wird in eine sehr dünne Außenschale direkt der EPS-Schaum (expandiertes Polystyrol oder EPP Polypropylen) eingespritzt bzw. eingeschweißt. Durch diese großflächige Verbindung bekommt die Außenschale viel Stabilität bei merklicher Gewichtsreduktion.
Weiterer Vorteil der Inmold Helme ist, dass ein schwerer Aufprall deutliche Spuren am Helm hinterlässt. Bei einem Hartschalenhelm besteht Gefahr der Wiederverwendung, da der Helm, obwohl das Dämpfungsmaterial defekt ist, äußerlich kaum verändert aussieht. Denn nach jedem schweren Sturz muss ein Snowboardhelm ausgetauscht werden. Aber auch bei normalem Gebrauch sollte ein Helm nach ca. 5 Jahren kritisch zu sehen sein. Das Dämpfungsmaterial kann sich im Lauf der Jahre "verdichten" (und somit an Schutzwirkung einbüßen) aber auch starke Gebrauchsspuren können sich zeigen. Zudem geht der technische Fortschritt ebenfalls weiter!
Prüfkategorien: technisch, praktisch und Schadstoffe
Bei der technischen Prüfung wird der Snowboardhelm auf Durchstichfestigkeit, Scheuerfestigkeit des Innenfutters, Stoßdämpfung, Abstreifprüfung, Kinnbandprüfung und Verarbeitung getestet.
Bei der praktischen Prüfung sollte der Snowboardhelm auf Gewichtsempfinden (ein schwerer Helm kann sehr bequem sein, jedoch nach einigen Stunden wendet sich das Blatt), Bedienbarkeit (einfach zu bedienendes Helmschloss, zum Waschen rausnehmbare Ohrpads und Polsterung), Passform (Helm sollte nicht zu locker sitzen und darf nicht verrutschen, Halsriemen darf nicht drücken), Verarbeitung, Temperaturverteilung auf der Kopfhaut (nicht darunter schwitzen), verstellbare Belüftung, Befestigen der Skibrille (Skibrille mitnehmen) und Gebrauchsanweisung hin getestet werden.
In Punkto Schadstoffe wird das Innenmaterial und die Riemenpolsterung auf weichmachende Phthalate und polyzyklisch aromatische Kohlenwasserstoffe hin geprüft.
Die Helm-Mütze
Bei einer sogenannten Helm-Mütze handelt es sich um eine nur über das Internet zu beziehene stylische Mütze mit Hartschale und Kinnriemen, welche nicht über eine EC-Zulassung nach EN 1077 verfügt. Durch die dünne, harte Schale sind die Stoßdämpfungseigenschaften ungenügend und nicht einmal im Tragekomfort schnitt das Produkt gleichwertig mit einem Snowboardhelm ab, wobei die schlechte Belüftung einer der Hauptgründe ist.
Übrigens:
In Italien und Österreich gilt für Kinder unter 14 Jahren bzw. 15 Jahren eine Tragepflicht. Auf Schweizer Pisten ist das Tragen eines Helms noch freiwillig. Doch auch hier schützen bereits 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen sowie über 50% der Erwachsenen ihren Kopf mit einem Snowboardhelm.
Fotos by weare.de

















