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31.10.2008

Kiter Tim Kummerfeld

Den Kitesurfer Tim Kummerfeld traf sport2 bei der SEAT Kitesurf Trophy, seinem Lieblingscontest. Kiten macht ihm einfach höllisch Spaß, sodass er nichts weiter braucht, das ihn antreibt. Ansonsten wünscht er sich mehr Kiterinnen... lach:-)

Kitesurfer Tim Kummerfeld aus Hamburg

wünscht sich mehr Kitesurferinnen

 

Fotos zum Interview mit Tim Kummerfeld

Über Tim
Name:
Tim
Spitzname: Timmääh
Geboren am 26. April 1990 in Hamburg
derzeit wohnhaft in Hamburg

Homespot:
St. Peter-Ording
Goofy oder Regular? Goofy

Morgenmuffel? Nein, Frühaufsteher.
Tattoos und / oder Piercings?
Nein.

Drei Kugeln Eis: welche wählst Du? Schokolade, Stracciatella und Nougat + Schokosauce, bitte!
Was darf auf keiner Pizza fehlen? Viiiieeel Käse!
Deine meist gesehene TV-Serie? Simpsons

TOP3 auf deinem MP3-Player:
1.    Crookers - The Salmon Dance (Wow Remix)
2.    Dúné´- Bloodlines
3.    Nine Inch Nails - Hand that feeds

Mit welchem Musiker würdest Du tauschen? Gerne mit Rammstein, wegen der fetten Feuershow.
Most hated Promi? Dirk Bach

Schwarz oder Weiß?
schwarz


Und hier die Fragen
1. Wie geht es Dir? Wir hoffen doch gut!?
Na klar, mir geht es super, hab ja auch grade ein schönes Kitewochenende hinter mir.

2. Wo bist Du genau in diesem Augenblick? Und was hast Du gestern gemacht? Gekitet?
Im Moment sitze ich grade in einer Freistunde zu Hause, um noch kurz eine Pizza zu essen, muss aber auch gleich wieder zur Schule. Gestern war leider nichts mit kiten, der Wind schwächelt grade und ich hatte einen Berg Hausaufgaben vor mir.

3. Bist Du verliebt, verlobt, verheiratet? Hast Du Familie...? Was denken die über Deinen außergewöhnlichen “Beruf”? Oder hast Du einen „real life“ Job? Oder gehst Du noch zur Schule?
Ich bin derzeit glücklicher Single. Da genieße ich es doch, dass ich noch selbst entscheiden kann, wann ich zum Kiten fahre oder zum Sport gehe. Kiten bleibt trotzdem nur ein großes Hobby für mich. Mein Ziel ist es jetzt erstmal ein gutes Abitur zu machen, da ich grade in der 13. Klasse bin. Danach wird dann wahrscheinlich erstmal der Zivildienst in St. Peter-Ording geleistet, damit das Kiten nicht zu kurz kommt.

4. Das kann ich richtig gut (ja, Sport!!! ?):
Seitdem ich fünf Jahre alt bin treibe ich schon den Kampfsport Taekwondo und war sogar 2005 mal deutscher Vizemeister bei den Jugendlichen. Unter der Woche ist Taekwondo dann auch meine Lieblingsbeschäftigung, da man ja auch nicht immer nur für einen Nachmittag von Hamburg aus zum Kiten fahren kann. Ab und zu brauche ich aber auch das Wasser, dann fahre ich an die Wakeboardanlage nach Pinneberg, die nur zehn Minuten von mir entfernt ist - ein guter Ausgleich zum Kiten.

5. Und sonst? (Essen? Kochen? Lesen und Schreiben? Gedichte schreiben???)
Ich glaub´, als Freßsack wurde ich schon geboren, deshalb macht es mir auch immer Spaß etwas Leckeres zu kochen, um mir dann anschließend den Bauch damit "voll zu schlagen" !

6. Was treibt Dich an? Deine innere Stimme (Ehrgeiz), Freunde und Family – der Hang zum Ruhm (einmal VIP und zurück)?
Kiten macht einfach höllisch Spaß, da brauche ich nichts, das mich antreibt. Wenn ich im Klassenraum sitze und draußen die Bäume vom Wind wackeln, kribbelt es immer schon in meinen Fingern und ich kann es nicht mehr abwarten auf´s Wasser zu kommen. Es ist ein bißchen wie eine Droge, deshalb würde ich mich auch ein bißchen als Adrenalin-Junkie beschreiben.

7. Verrückteste Erfahrung / schönste Begegnung, die Du je hattest?
Letzten Winter war ich in Tarifa. Nachdem sich ein großer Sturm gelegt hat, bin ich mit ein paar Freunden kiten gewesen, als uns plötzlich eine riesige Rückenflosse im Wasser auffiel. Wir sind dann erstmal an den Strand und haben gesehen, dass es ein kleiner Wal (circa fünf Meter lang) war, der die Orientierung verloren hat und grade dabei war zu stranden. Wir haben dann unsere Kites abgelegt und zusammen mit ein paar Spaniern versucht den Wal wieder ins Wasser zu schieben. Selbst mit zehn Leuten war das gar nicht so einfach, die sind echt verdammt schwer… Durch unsere Hilfe hat der Wal letztendlich überlebt, und wurde später von einer Organisation in ein Reha-Zentrum für Wale gebracht. War schon ein cooles Gefühl, ein so großes Tier so nah zu erleben.

8. Was wärst Du, wenn du kein Kitesurfer wärst?
Wakeboarder oder Snowboarder. Für Ballsportarten habe ich null Talent.

9. Der schlimmste Crash? Und: was war alles kaputt?
2006 im Oktober bin ich bei einer schlechten Landung mit der Toeside vom Board eingespitzelt, dabei sind meine Beine nach hinten gebogen und ich hab mir im rechten Knie das vordere Kreuzband gerissen. Leider haben die Ärzte das erst nach ein paar Monaten festgestellt, sodass ich erst im März 2007 operiert wurde. Danach war erstmal für ein halbes Jahr Pause mit Kiten. Eine konsequente Reha und viel Krafttraining war notwendig, um das Knie wieder zum alten Zustand zu bringen. Pünktlich zum Saisonbeginn, März 2008 war aber alles wieder 100prozentig verheilt und ich habe seitdem auch nur noch ganz selten Beschwerden.

10. Sieht man noch was? Narben machen einen zur echten Legende – denk dran! Leider gibt es nur noch kleine Narben, ich hätte ne größere auch um einiges cooler gefunden. ;)

11. An welchem Trick arbeitest Du gerade?
Ich bin eigentlich ständig dabei zu üben meine Tricks sicherer zu stehen. Außerdem finde ich es wichtiger etwas mehr auf Style zu achten statt einen Trick nach dem anderen zu üben. Im Moment klappt der Frontmobe noch nicht ganz so wie ich das möchte, daran wird noch gefeilt!

12. Contests für 2008? Ziele?
Nächstes Jahr starte ich bei der Kitesurf-Trophy zum ersten Mal bei den Männern. Da möchte ich mich auf jeden Fall auch behaupten und natürlich auch gerne mal aufs Treppchen.

13. Wohin geht es jetzt?
Im Oktober geht es für zehn Tage nach Tarifa, den Rest des Jahres werde ich in Deutschland durchkiten.

14. Lieblingscontest bis dato und warum?
KST in St. Peter-Ording. An meinem Homespot bin ich numal perfekt an die Bedingungen gewöhnt. Außerdem stehe ich total auf die Beach Partys…

15. Was naschst Du gerne? Was ist deine Nervennahrung?
Schokolade und Eis! Leeeecker!

16. Lieblingsgetränk nach dem Ride?
Ein eiskaltes Mineralwasser oder auch ne Coke

17. Lieblingsspot? (nicht Homespot!):
Tarifa Balenario bei Levante. Der Wind bläst super stark, komplett ablandig, und die Wellen laufen dabei gegen den Wind.

18. Warum Kitesurfen??? Warum nicht Fußball spielen, Tischtennis, Stromgitarre spielen oder ähnliches, wie alle anderen Jungs auch? Was hat Dich zu DEINEM Sport getrieben?
Fußball ist überhaupt nicht meine Welt. Ich rutsche schon aus, wenn ich einen Ball sehe. Musikalisch bin ich auch etwas zu grobmotorisch, da sing ich lieber weiterhin unter der Dusche. Kiten passt einfach, man ist an der frischen Luft und im Wasser, ich bin nämlich total die Wasserratte! Außerdem kiten meine Eltern auch und bevor wir in 2003 mit dem Kiten angefangen haben, sind wir zusammen Windsurfen gefahren.

19. Stell Dir vor… wie wirst Du in 5, 10 und 25 Jahren sein… Und was wirst Du dann tun? Kleinen Jungs und Mädchen das Kitesurfen beibringen???
Mit Sicherheit nicht ;)

Kitelehrer ist keiner meiner favorisierten Berufe. Immer wenn perfekte Bedingungen sind, muss man schulen… Ich bin aber auch sehr gespannt was kommt. Bei meiner Studienwahl schwanke ich noch zwischen einem Ingenieursstudium (Flugzeugbau) oder einem Studium auf Gymnasial-Lehramt (Physik + Sport). Als Lehrer hat man natürlich immer schön viel Freizeit, einer meiner Lehrer kitet auch und der ärgert mich immer, wenn er nach der dritten Stunde nach Fehmarn fährt. Anderseits weiß ich nicht, ob es mein Lebensziel ist, nichts anderes als die Schule zu sehen. Da studiere ich doch lieber Flugzeugbau und werde Kiteentwickler! Oder doch nicht?

20. Erzähl unseren Lesern wie Dein Alltag aussieht: Wo lebst Du? Und wie ist das Leben da so…?
Ich wohne in der schönsten Stadt der Welt, nämlich Hamburg. Genauer gesagt im Stadtteil Hamburg-Eidelstedt in unmittelbarer Nähe zur A23, die mich direkt nach St. Peter-Ording führt. Momentan gehe ich in die 13. Klasse. Eigentlich denkt man jetzt ja "Ohhh, da muss er aber Gas geben für das Abi!", aber eigentlich ist mein Stundenplan mit 26 Wochenstunden echt entspannt. Nur meine LK's Mathe und Physik erfordern ordentlich Beteiligung. Nachmittags treffe ich mich dann entweder mit Freunden, wir grillen dann öfters ganz gerne Burger, so richtig lecker und viel. Montags und Donnerstag habe ich immer Taekwondo-Kampftraining von dem ich meist mit einigen blauen Flecken nach Hause komme. Das Training schlaucht ein bisschen mehr als das Kiten. Wenn Wind ist, fahre ich freitags immer mit meinen Eltern nach St. Peter-Ording. SPO ist eigentlich schon fast meine zweite Heimat. Mit den Locals dort (spo-rtlich.de) bin ich sehr gut befreundet. Wir zerschießen uns immer tagsüber auf dem Wasser und gehen abends für ein Schnitzel und ein After-Bier ins Café Köm. Wenn kein Wind ist, bleibe ich auch ganz gerne mal in Hamburg, um mit meinen Kumpels den Kiez unsicher zu machen. Die restliche Zeit füllt sich dann noch mit Hausaufgaben, Nachhilfe geben, meine Homepage timkummerfeld.de auf dem Laufenden halten, Videos schneiden und entspannen. Ich hab aber eigentlich immer was zu tun, langweilig wird mir nie!

21. Und jetzt kannst Du schreiben, was Du willst! Gib uns etwas mit auf den Weg! Vielleicht möchtest Du andere motivieren?
Häufig fragen Leute am Strand: …ist das schwer? ...kann ich das auch noch lernen? ...muss ich dafür Windsurfen können? 
Also mal für alle: Kiten kann wirklich jeder lernen, also habt keine Angst, sondern geht zur nächsten Kiteschule und meldet Euch einfach für einen Kurs an, aber kauft Euch bloß kein Material und versucht es Euch selbst beizubringen, denn das kann sehr schmerzhaft enden.

Schön wäre es auch, wenn mal mehr Mädels den Mut hätten Kiten zu lernen, denn der Männerüberfluss geht gar nicht! ;)

22. Möchtest Du jemanden grüßen? Oder Sponsoren erwähnen? Hau rein – es ist DEIN Interview!!!
Ganz herzlich möchte ich meinen Sponsoren BEST, Underground, Roadsign Australia, SHISHA, Ascan und besonders famousfrank.com für die super Unterstützung danken. Ohne Euch wäre es für mich nie möglich gewesen, so viel und auch erfolgreich zu kiten.
Trotzdem trenne ich mich nun von meinen langjährigen Unterstützern BEST-Kiteboarding und Underground-Kiteboards. Ein leichter Schritt war es nicht, doch nun freue ich mich auf einen neuen Abschnitt in meinem Kite-Leben zusammen mit CORE-Kites und CARVED-Boards.

23. Zum Abschluss: sport2.de rockt, weil...
... ich hier die fetteste Action aus allen Extremsportarten auf einen Blick habe!

Ganz lieben Dank!
Die sport2-Crew

Fotos: © Heinz Kummerfeld

Kategorie: Kiter

Von: Birgit Axler | Andrea C. Lakeberg